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Radtour auf der Südschleife der Duisburger 8

Südschleife

Ein schöner und zugleich heißer Sommertag steht vor der Tür – perfekt für das nächste Bike-Abenteuer. Ich mache mich schon recht früh auf dem Weg, um der Nachmittagshitze zu entgehen. „Bezwinge den Tiger“ lautet das offizielle Motto der Südschleife der Duisburger 8. Gemeint ist damit natürlich die spektakuläre Skulptur „Tiger and Turtle“ auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe. Das hört sich erstmal recht dramatisch an, doch am Ende geht es lediglich um etwa 50 Höhenmeter und eine Gesamtstrecke von etwa 50 km. Also alles mehr als machbar.



Raus aus der City – rein in den Stadtwald

An unserem Büro in der Duisburger City schwinge ich mich auf den Sattel, alternativ könnt ihr auch an der Sechs-Seen-Platte die Tour beginnen. Dort findet ihr kostenfreie Parkplätze. Auf der Mülheimer Straße arbeite ich mich zunächst etwas mühsam stadtauswärts in Richtung Uni vor. Direkt danach wird’s spannend. Es geht relativ steil über die Autobahnbrücke hoch in Richtung Forsthaus. Erstmal Runterschalten in den ersten Gang und schnell kommt der Puls in Fahrt. Ich tauche hinein in den dichten Stadtwald. Schon nach wenigen Metern treffe ich auf das Wildschweingehege. Die meisten Borstentierchen sind noch gar nicht wach und liegen ineinander gekuschelt. Nur ein kleines Stück entfernt liegt etwas versteckt die sog. Heilige Quelle. Wer würde schon eine richtige Quelle unweit der hektischen City vermuten? Nun geht’s über Schotterwege ordentlich bergab in Richtung Nachtigallental. Hier muss man - wie im gesamten Stadtwald - immer mit Wanderern rechnen. Haltet deshalb besser immer einen Finger am Bremshebel.


Stadion, Regattabahn und Sechs-Seen-Platte

Schon bald erreiche ich den nördlichen Bereich des Sportparks. Kaum zu übersehen ist das Stadion des MSV Duisburg und die Regattabahn. Auf den zahlreichen Gewässern rund um die Wassersport-Anlagen tummeln sich knallrote Boote, Enten, Gänse und Schwäne. Auch einige Jogger*innen nutzen die angenehmen Temperaturen, um eine Runde zu drehen. Die Südschleife führt euch durch den kleinen, malerischen Stadtteil Wedau und man ist schnell an der Sechs-Seen-Platte. Oben auf der gelben Brücke angelangt, habt ihr einen schönen Blick auf den Wolfssee, das Naturfreibad und den Segelclub. Entlang des Sees fahre ich wieder in den Wald hinein. Als Tipp empfehle ich einen kleinen Abstecher zum Wolfsberg. Oben auf dem Turm habt ihr einen tollen Blick über den grünen Duisburger Süden.

Ländliche Idylle mitsamt Reiterhof

Wieder raus aus dem Wald führt euch die Tour durch die südlichen, ländlich geprägten Stadtteile von Duisburg. Grüne Felder säumen den Wegesrand und Pferde grasen gemütlich auf den Wiesen. Im Hintergrund sind die Schornsteine der Schwerindustrie zu sehen – ein faszinierender Kontrast. Ich mache an einem kleinen Reiterhof ein kurzes Päuschen und lasse die ländliche Idylle auf mich wirken. Immer wieder begegnen mir auf diesem Abschnitt Reiter*innen auf ihren Pferden. Doch schon bald geht’s wieder rein in die Großstadt.

Hoch über dem Duisburger Süden

Direkt gegenüber der Hüttenwerke Krupp Mannesmann liegt die Hüttenheimer Siedlung mit ihrem Denkmalgeschützen Gebäudebestand und dem markanten Uhrenturm. Es lohnt sich unbedingt, eine kleine Runde durch die Straßen zu drehen. Über bewaldete Nebenwege geht’s nun entlang des Angerbachs in Richtung Tiger & Turtle. Nach wenigen Metern taucht die Skulptur am Horizont auf. Der Anstieg auf die Halde ist moderat und im niedrigen Gang leicht zu bewältigen – der Tiger ist also leicht zu bezwingen. Oben angekommen erwartet euch eine großartige Fernsicht bis zum Düsseldorfer Flughafen, zur Halde Rheinpreußen und zum Gasometer Oberhausen. An klaren Tagen sieht man sogar den Düsseldorfer Fernsehturm. Die begehbare Achterbahn Tiger and Turtle fasziniert als Fotospot durch die gefühlt unendlich vielen Blickwinkel immer wieder aufs Neue. Zu gerne würde ich mal den Looping ausprobieren, doch dank meiner Höhenangst bewundere ich das Kunstwerk lieber von unten aus.

Geheimtipp Rheinpark und Ruhrort-Panorama

Von der Rheinpromenade Wanheim mal abgesehen, ist der Abschnitt bis zum Rheinpark nicht das Highlight dieser Tour. Umso mehr Spaß habt ihr dann im Rheinpark. Plant bitte genug Zeit ein, das riesige Areal mit Skatepark, Graffitis und faszinierenden Aussichtspunkten zu erkunden. Eine der Top-Empfehlungen ist ein Besuch des Ziegenpeters – ein inklusiver Gastrospot direkt am Rhein, der ein vielfältiges Angebot an Leckerbissen für euch bereithält! Die Brücke der Solidarität führt mich nun auf die andere Rheinseite.
Der Rhein und die Ruhr stehen im Mittelpunkt des nächsten Abschnitts. Es geht unter der Baustelle der neuen Rheinbrücke hindurch über die Promenade Homberg. Dort radele ich unter einem alten Hafenkran hindurch und genieße die Aussicht über den Rhein auf den Hafenstadtteil Ruhrort und die Skulptur Rheinorange. Nun geht es wieder zurück über den Rhein durch Ruhrort in Richtung City. In Ruhrort habt ihr übrigens einen direkten Anschluss an die Nordschleife der Duisburger 8.


Alt und Neu im Innenhafen

Der Duisburger Innenhafen ist der perfekte Ort, um die Tour gemütlich ausklingen zu lassen. Ein toller Mix aus alten und neuen Bürogebäuden sowie Speichergrachten, einer Marina und alten Hafenkränen bildet ein spannendes und kontrastreiches Ambiente. In zahlreichen Restaurants könnt ihr euch direkt am Hafenbecken mit Kaltgetränken und leckeren Speisen belohnen.


Die Südschleife der Duisburger 8 ist mindestens genauso abwechselnd wie die Nordschleife und doch ganz anders. Statt auf ehemaligen Bahntrassen radelt ihr durch dichte Wälder, vorbei an zahlreichen Gewässern und entdeckt dabei fabelhafte Fotospots. Plant also genug Zeit ein und nehmt für diese Tour am besten ein Trekking- oder Gravelbike. Für ganz schmale Reifen ist diese Runde leider nicht geeignet.Wenn ihr sehr sportlich unterwegs seid, könnt ihr einfach die Nord- und Südschleife kombinieren. Mit mehr als 90 km hat es diese Tour dann in sich. Bedenkt aber, dass dann wenig Zeit zum Erkunden der zahlreichen Spots entlang der Strecke bleibt.

 

Während meines Geographiestudiums an der Uni Münster war das Ruhrgebiet wichtiges Ziel zahlreicher Exkursionen zum Thema Strukturwandel. Schon damals haben mich die faszinierenden Industriekultur-Spots wie der Landschaftspark Duisburg-Nord oder der Innenhafen direkt begeistert. Seit 2009 bin ich im Tourismusmarketing tätig und 2016 führte mich der Weg schließlich ins Ruhrgebiet zu Duisburg Tourismus, wo ich unter anderem die Themenfelder Marketing und Aktivtourismus bearbeite. Wenn ich mich nicht gerade um das Wohlergehen der Katzen daheim kümmere, bin ich gerne mit dem Mountainbike und der Fotokamera unterwegs. Als Musikenthusiast liegen mir laute Livekonzerte sehr am Herzen und manchmal gebe ich zu einfach viel Geld für Schallplatten und Hifi-Equipment aus.